"It's Time For LUX": Das neue Album von Brian Eno schon jetzt vorhören!

Bekannt wurde Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno schon in den frühen 1079er Jahren mit seiner damaligen Band "Roxy Music". Neben Gitarrist Phil Manzanera und Sänger Brian Ferry war es vor allem der "andere" Brian, der mit skurrilen Klangeskapaden an Synthesizern oder mit Hilfe von rückwärts abgespulten Tonbändern, den "Roxy Music"-Sound entscheidend mitprägte. Allerdings nur bis 1973. Dann stieg Brian Eno aus der Band aus und widmete sich Solo-Projekten.

In mehr oder weniger regelmäßiger Folge veröffentlichte er nun Schallplatten, oft unterstützt durch enge Freunde wie David Byrne, Robert Fripp oder Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius von der Band "Cluster". Aus seinen Schallplattenprojekten ragen Alben wie "Here Come the Warm Jets" (1973), "Taking Tiger Mountain (By Strategy)" (1974), "Discreet Music" (1975), "Another Green World" (1975), "Evening Star" (1975), "My Life in the Bush of Ghosts (1981), "Apollo" (1983),"Wrong Way Up (1990)", "The Equatorial Stars (2004), "Small Craft on a Milk Sea" (2010) und seine "Ambient"-Alben "Music for Films" (1978) und "Music for Airports" (beide 1978" bis heute heraus.

Ich selbst kann mich noch gut an den Dezember 1977 erinnern, als Enos Soloalbum "Before And After Science" errschien mit vier wunderschönen Offset-Drucken von Peter Schmidt und solch unterschiedlichen Kompositionen wie "Backwater", "Julie with", das pre-punkige "Kings Lead Hat" oder "By The River". Bis heute entzückt mich diese Platte immer wieder auf's Neue.

Aber Eno war und ist auch auf ganz anderen künstlerischen Pfaden unterwegs. In den 1970er Jahren arbeitete er intensiv mit David Bowie an dessen Alben "Low", "Heroes" und "Lodger" zusammen. Er erfand z. B. das Genre der "Ambient"-Musik, schrieb und spielte Kompositionen für den Kinofilm "Dune" von Regisseur David Lynch, entwarf den Ton-Soundtrack von Microsofts Windows 95 oder für NOKIA Handys, entwickelte musikalische iPhone Apps (siehe Abbildung unten) und gilt heute als einer der klügsten Köpfe im Musikbusiness.

In den 1990er und 2000er Jahren produzierte Brian Eno so unterschiedliche Künstler wie U2, Coldplay, Geoffrey Oryema oder Laurie Anderson. Enos neues Album "LUX", sein erstes seit "Another Day on Earth" aus dem Jahre 2005, ist erneut eines mit ausufernden und trotzdem kunstvoll reduzierter Melodien. Es erscheint am 9. November 2012.

HIER kann es aber jetzt schon einmal in voller Länge vorhören.

Elektromusik: iPad/iPhone/iPod-Apps

Beim Electronic Circus 2012 wurde ich gefragt, ob ich nicht Berichte darüber schreiben könnte, wie man Elektromusik mit iPad/iPhone Apps macht. Im November werde ich das hier im A-U-T-O-B-A-H-N 4-KLANG Blog machen.

Oben sieht man meine iPad (1. Generation) Apps und unten meine iPhone 4 Apps, die auch auf dem iPod (2. Generation) funktionieren. Ich würde mich freuen, wenn man mir schreiben würde, welche Apps ich vorstellen soll. Die E-Mail Adresse ist: kontakt [at] a-u-t-o-b-a-h-n.de

Aktuell habe ich gerade mit dem PHYSYNTH von Simian Squared Ltd gearbeitet, mit dem DINGSALLER von Tim Bolstad und Wolfgang Palms neuen WAVEGENERATOR. Beim EC2012 habe ich vor allem den iMS20 von Korg, Peter Vogels FARILIGHT App, die Korg iElECTRIBE "Gorillaz Edition" sowie das iPad MELLOTRON vorgestellt.

Also: Sucht Euch aus, was ich für Euch vorstellen soll.

Rainer Sauer, Jena

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Zwischenstand vom 28. Oktober 2012: iPhone Apps = 1.) SunrizerXS, 2.) LoopTwister, 3.) minicomposer, 4.) SoundPrism, 5.) Voice Synth [Tastatur-Hardware = AKAI Synthstation 29] / iPad Apps = 1.) Animoog, 2.) Wavegenerator, 3.) Physynth, 4.) Sunrizer, 5.) iMS 20 [Tastatur-Hardware = ARTURIA Laboratory]

ELECRONIC CIRCUS 2012: "All Eyes On SANKT OTTEN!" (Vol. 1)

Das Elektromusik-Duo SANKT OTTEN spielte beim ELECTRONIC CIRCUS 2012 eine tolle Rolle als Opener (siehe oben einen Ausschnitt aus dem Synchronkamera-Video von InterJena Communications). Stephan Otten (oben rechts und Foto unten) sowie Oliver Klemm (oben links sowie Mitte) waren ja in diesem Jahr bereits erfolgreich mit ihrem zweiten Platz beim "Electronic Album Of The Year 2012" von ZONO Radio Jena und "Sounds vom Synthesizer".

 
Die Alben von SANKT OTTEN wie "Stille Tage im Klischee", "Wunden gibt es immer wieder", "Gottes Synthesizer" oder "Sequencer Liebe", zählen inzwischen bei Fans wie Kritikern zu einer eigenständigen Spielart der Elektromusik, einer Mischung aus Sequenzerläufen, Flächen, Elektro-Drums, gemischt mit schwebenden Gitarrenklängen und Synthesizersolos.


Mit zwei Synchronkameras haben wir einige Songs des Auftritts am letzten Samstag aufgenommen. Einen Audio-Mitschnitt gibt es am Sonntag, den 28. Oktober 2012 ab 20 Uhr bei ZONO Radio Jena zu hören; wann es das Video zu sehen geben wird, das steht noch nicht fest.

ELECTRONIC CIRCUS 2012 IN GÜTERSLOH: Das letzte A-U-T-O-B-A-H-N 4-KLANG Preview

[Fortsetzung von Teil Drei]

Nach einer kleinen Änderung sieht mein Progamm zum ELECTRONIC CIRCUS 2012 jetzt so aus. Üblicherweise begleitet mich zu meinen Auftritten das BLUE BOXES SET, in dem die beidem YAMAHA Mischpulte, die großen BOSE 800 Boxen und das OPEN LABS MiKO sind. 


Zum EC 2012 reise ich aber mit der Deutschen Bahn und da muss alles (inklusive der BOSE Companion 2x2 PA) in zwei Aluminium Koffer passen: das SILVER BOXES SET. Lasst Euch überraschen.


Die Webseite des Electronic Circus findet man DORT. Bis dann...

Rainer Sauer, Jena

ELECTRONIC CIRCUS 2012 IN GÜTERSLOH: Das dritte A-U-T-O-B-A-H-N 4-KLANG Preview

[Fortsetzung von Teil Zwei]

Neben den APPLE iPad/iPhone/iPod Vorführungen, der TONE2 Saurus- und der YAMAHA Tenori-On Vorführung werde ich noch einen kleinen Titel mit dem PROPELLERHEAD "Reason" System spielen ... sofern es die Zeit mir erlaubt.

Nachdem ich von meinen ersten Anfängen mit Elektromusik im Jahre 1974 bis 1985 ohne MIDI-System gearbeitet habe, ab 1986 dann in der MIDI-Welt zuerst mit dem STEINBERG Pro16 System auf dem COMMODORE 64, später mit E-MAGIC Software, heute mit STEINBERG Cubase und MAGIX Programmen, hatte ich 2002 erstmals Kontakt mit der schwedischen Firma PROPELLERHEAD, die mir von CLAVIA empfohlen worden war.


Da ich in der Richtung nicht viel programmiere arbeite ich auch zehn Jahre später noch mit dem ersten "Reason"-Programm von PROPELLERHEAD obwohl es auch hier schon viele Verbesserungen und Innovationen gibt. Das zeigt aber auch, dass man da schon mit dem ersten "Reason"-Produkt aus dem Jahre 2000 etwas geschaffen hatte, das sich auch JAhre später noch musikalisch gut einsetzen lässt.

"Reason" ist eine vollständige Emulation eines kleinen Elektromusik-Studios, mit verschiedenen Synthesizern, Samplern, Drummachines, einem Pattern-Sequencer und verschiedensten Effekteinheiten. Man kann in "Reason" so viele virtuelle Geräte zusammenstellen, wie der Laptop/PC in der Lage ist, zu verarbeiten. Man kann dieser einzelnen Komponenten in Racks zusammenstellen und mit virtuellen Kabeln miteinander verbinden.

Die Webseite des Electronic Circus findet man DORT.

Am Freitag gibt es abschließende Infos zu meinem Besuch des Electronic Circus 2012. Bis dann...

Rainer Sauer, Jena

"Electronic Circus 2012 Live": Einige Bemerkungen zu "Through Wasted Lands 2012"

"Through Wasted Lands 2012" ist endlich im iPad angekommen. 1984/85 habe ich den Song geschrieben, im Frühjahr 1985 als einen der letzten nicht-MIDI Songs von VELVET UNIVERSE im Tonstudio Panne aufgenommen und danach live gespielt. Ab 1986 haben dann Instrumente wie der Roland D-50 oder der Yamaha DX-7/FB-01 den Sound meiner Lieder geprägt bevor es in den 2000er-Jahren mit anderen Geräten weiterging. weshalb ich "TWL" im Grunde als Abschied von der guten alten analogen Zeit sehe. Veränderungen zu heute gibt es kaum, abgesehen einmal von der längeren arabischen Radio-Intro von 1985, aus der ich später einen kurzen Loop extrahiert habe.

"TWL" (ursprünglich hieß der Titel komplett: "Journey Through Wasted Lands" und bezog sich auf den Karl May Titel "Durchs wilde Kurdistan") ist auch eine Hommage an Michael Hoenig, den früheren Wegbegleiter von Tangerine Dream und Mit-Komponisten des "Koyaanisqatsi"-Soundtracks, der 1978 ein Solo-Album mit Titel "Departure From The Nothern Wasteland" heraus brachte bevor er seine Platten unter anderem beim "MI"-Label von Bernd Kistenmacher veröffentlichte.

In den späten 1990ern habe ich dann den Song auf MIDI umgestellt, aber danach nie mehr live gespielt. Für den "Electronic Circus 2012" habe ich "Through Wasted Lands" von Peter Kaps als 4-Klang-Objekt auf mein iPad überspielen lassen, wobei wir zwei Spuren des Original-Tapes von 1985 übernommen haben und der Rest nun, gesteuert von den iElectribe und Litte-MIDI-Machine Apps, über die Fairlight Pro, Mellotron und AniMoog-Apps abgespielt wird. Die zwei "historischen" Tonspuren werden über die TASCAM Portastudio App eingespielt. Zum 4-Klang etwas zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen, jedoch sollte auch auf der kleinen Companion 2x2 Anlage das 4-Klangergebnis überzeugend sein.

"Through Wasted Lands" basiert auf einer 16-Ton-MoogSequenz, viel Drumming (im Orginal auf der KORG DDM-110, nun auf der FingerLabs DM1 App) und einem Mellotron-ähnlichen Flötensound, der 1985 alleine auf dem KORG Poly800 erzeugt worden ist und als Originalspur auch am Samstag zu hören sein wird. Auch das kurze, sich oft wiederholende Sequenzer-Glissando stammt vom Poly 800.

Viel Spaß damit!

Herzlich willkommen in Gütersloh, das ist DER KLANG DER ENERGIE!

Als weiteres kleines Appetithäppchen folgt hier ein kurzes Statement meinerseits, aufgenommen mit der KLING KLANG MACHINE und dem A-U-T-O-B-A-H-N Sprechcomputer:


Zum Mitsingen folgen hier die Lyrics:

"Electronic Circus / Electronic Circus
Electronic Circus / Electronic Circus
Herzlich willkommen in Gütersloh
Da ist der Klang der Energie
Herzlich willkommen in Gütersloh
Da ist der Klang der Energie
Kling Klang Maschine / Kling Klang Machine
Kling Klang Maschine / Kling Klang Machine
Sprache = Leben = Kommunikation
Musik = Elektroenergie
Sprache = Leben = Kommunikation
Musik = Elektroenergie
Kling Klang Maschine / Kling Klang Machine
Kling Klang Maschine / Kling Klang Machine"

© 2011-2012 - Worte und Musik = Rainer Sauer

ELECTRONIC CIRCUS 2012 IN GÜTERSLOH: Die zweite A-U-T-O-B-A-H-N 4-KLANG Preview

[Fortsetzung von Teil Eins]

Noch eine kleine Bemerkung zu den einzelnen Klängen des HIER zu hörenden Soundsets des SAURUS Analog Synthesizers der Firma "Tone2". Zu hören sind: a) "Silver Machine" (= ab 0:00 Min.), b) "Richard Wrights Sheep" (= 0:28), c) "A-U-T-O-B-A-H-N A1" (= 1:20), d) "Mergendice" (= 2:14), e) "A-U-T-O-B-A-H-N A3" (= 2:42), f) "VCS Racer" (= 3:00), "g) The Vangelos Pad" (= 3:37), h) "A-U-T-O-B-A-H-N A4" (= 4:57), i) "Lucys SkyPiano" (= 5:31), j) "VCS 3000" (= 6:10), k) "Some Crystal Bells" (= 6:50), i) "MiniMoon Solo Pad" (= 8:13) und j) "MiniMoon Reso Pad" (= 8:56).

Wie bereits berichtet werde ich zwischen den Konzerten am 22. September 2012 im Kesselhaus in Gütersloh vier kurze 4-Klang Performances spielen (Siehe auch bei Twitter!). Der Titel der Performances ist  "YOU ARE NEVER ALONE WITH A CLONE". Nach jetzigem Stand (morgen gibt es in einem Club nahe Jena einen ersten Soundcheck, nach dem sich noch Änderungen ergeben können) werden es sein...

1.) 15 Uhr 30 bis ca. 15 Uhr 45: "KLING KLANG MACHINE" feat. APPLE iPhone und APPLE iPad (inkl. des Titels "For Norman Fairbanks" mit einem Solopart vom TONE2 Saurus)

2.) 17 Uhr 15 bis ca. 17 Uhr 30: "COMPUTER SOFTWARE INSTRUMENTS" feat. TONE2 Saurus, APPLE iPad und APPLE iPhone (= Improvisationen verschiedener Songs)

3.) 19 Uhr 45 bis 20 Uhr: "APP SOLUT LIVE" feat. APPLE iPhone, APPLE iPad und YAMAHA Tenori-On (inklusive des Titels "Für Hans-Hermann Hess")

4.) 20 Uhr 30 bis 20 Uhr 45: "THROUGH WASTED LANDS 2012" feat. APPLE iPhone, APPLE iPad und TONE2 Saurus


Die verwendeten Apps sind: a) KRAFTWERK Kling Klang Machine / b) MOOG AniMoog / c) FAIRLIGHT CMI 30-A Pro / d) FINGERLAB DM1 DrumMachine / e) 4POCKETS Aurora / f) REALITY JOCKEY LTD. RjDj / g) SYNTHETIC BITS Little MidiMachine / h) NORD Beat Sequencer / i) AUDANIKA SoundPrism Pro / j) KORG iMS20 / k) KORG iElectribe Gorillaz Edition / l) TASCAM iPad PortaStudio.

Die Webseite des Electronic Circus findet man DORT.

Bald gibt es zusätzliche Infos zu meinem Besuch des Electronic Circus 2012. Bis dann...

Rainer Sauer, Jena

ELECTRONIC CIRCUS 2012 IN GÜTERSLOH: Die erste A-U-T-O-B-A-H-N 4-KLANG Preview

Liebe Synthesizerfreunde,

in den Pausen zwischen den Konzerten am 22. September 2012 werde ich im Kesselhaus in Gütersloh vier kurze 4-Klang Performances spielen und dabei neueste Computermusikinstrumente verwenden. Aber: Zuerst gibt es jeweils die Musik und danach beantworte ich gerne Fragen zur Klangerzeugung. (Siehe auch bei Twitter!)

Mit dabei habe ich ein APPLE iPad (1. Generation), einen APPLE iPod Touch (3. Generation), ein APPLE iPhone 4 sowie mein Tone2 SAURUS Computer Software Instrument, das auf zwei kleinen Computern installiert ist (= einem ASUS eeePC Netbook und einem DELL Notebook), und den YAMAHA Tenori-On.


Der Sound wird über einen 4-Klang-MiniMxer auf einer kleinen BOSE Companion 2x2 PA wiedergegeben, die ich in meinem Reisekoffer mitbringe. Bei den 4-Klang Live-Performances verwende ich keinerlei Effektgeräte oder anderes soundveränderndes Equipment; d. h. alles klingt original so, wie es aus dem Kopfhörerausgang der einzelnen Geräte kommt.

In Kürze gibt es an dieser Stelle mehr Informationen zu den verwendeten Apps und Sounds, etwas später zu den vier Perfomances.

Übrigens: Die HIER zu hörenden (von mir erdachten und entwickelten) Soundsets des SAURUS Analog Synthesizers der Firma "Tone2" werde ich am 22. September 2012, genauso wie sie im Soundfile zu hören sind, live spielen.

Die Webseite des Electronic Circus findet man DORT.

Bis dann...

Rainer Sauer, Jena

"The SAUNDLAB Experience" - Fünf Alben in fünf Jahren! (Teil 1) von Rainer Sauer

Wie man vielleicht weiß, produzierte ich in den 1990er Jahren die fünf Alben der Elektromusikgruppe SAUNDLAB aus Frankfurt am Main für "F.B.B.R"/"Frankfurt Beats Back Records". SAUNDLAB war 1989 aus der zuvor lokal erfolgreichen Band OZ / ORGANISATION ZWEI hervorgegangen, die z. B. bei dem Frankfurter Synthesizertagen "White Waves 1988" im dortigen Südbahnhof aufgetreten war. Auch die beiden OZ-Alben "Automatique" (1987) und "Zero" (1988) hatte ich aufgenommen und produziert, zudem noch die in Frankfurt am Main erschienene OZ-EP "Edit" (1989) des "German Electro"-Labels.

In die Produktionszeit mit OZ sowie SAUNDLAB fiel auch meine Arbeit mit dem MAYDAY-Projekt der beiden Schwestern Sylka und Manuela May bei WESTSIDE Records, so dass die Aufnahmen für SAUNDLAB im Wesentlichen in drei Tonstudios stattfanden: 1990 und 1991 in meinem "Edge-Of-The-Hedge"-Studio in Frankfurt am Main und im "Dynaton"-Studio von Axel Henninger in Rodgau, 1992 bis 1994 dann durchgängig in der in Jena/Thüringen von mir neu errichteten "M.A.R.S.-Station".

Der musikalische Ansatz für SAUNDLAB kam von Ronald Rasor und Mike Drums, die zuvor bereits bei OZ / ORGANISATION ZWEI zusammengearbeitet hatten und sich für das neue Projekt einige weitere Musiker in ihr Klanglabor holten. Mit dabei waren u. a. Keayoarder Paul Henry Bowers (aus Heerenveen in Holland, Terry Moogler (aus Islington, einem Stadtteil von London) und Steve Dattel (aus Durban/Süd-Afrika) sowie meine Person, als jemand, der die Vocals und einige Instrumentaleffekte beisteuerte. Urspründlich sollten auch Sylka und Manuela May an SAUNDLAB mitarbeiten, jedoch zerschlug sich diese Idee schnell, da Manuela mit ihrem damaligen Freund, dem OKAY!-KeyboarderChristian Berg, zusammenarbeiten wollte und Manu aus dem Rhein-Main-Gebiet wegzog. So beschränkte sich deren Mitarbeit letztendlich auf einen einzigen Musiktitel: den "Wedding Song".

Die musikalischen Produktionen von SAUNDLAB begannen im Herbst 1989 direkt nach dem Zerbrechen der ORGANISATION ZWEI, wobei ich heute noch nicht enmal mehr weiß, weshalb dieses Bandprojekt wirklich in die Brüche ging. Jean Jacques Cornet, der Belgier, war wohl für Ronald und Mike ein stetiger Reibepunkt und mit der Arbeit des vierten OZ-Bandmitglieds Stefan Eisleben waren wohl beide nicht immer ganz zufrieden gewesen. Jedenfalls hatte ich die ORGANISATION fest für meine "White Waves 1989"-Veranstaltung gebucht und statt dessen eröffnete mir Ronald Anfang August 1989, dass OZ nicht mehr existiere und statt dessen "SOUNDLAB" auftreten würden, allerdings mit vielen Songs von OZ. Möglicherweise aus rechtlichen Beweggründen änderten Ronald und Mike später den Namen dann noch einmal. Zuerst in ZOUNDLAB und danach in den endgültigen Namen. Als repräsentative Sammlung aus der OZ-Zeit sei die Compilation "FM-Box" empfohlen mit allen Highlights von ORGANISATION ZWEI, angefangen bei den "Machines" über "Early Bird" und "Buran Buran" bis zu "The Race".

Direkt nach dem Auftritt bei den "White Waves" buchten Ronald und Mike mein Studio in Frankfurt-Fechenheim und brachten zu den ersten Aufnahmesessions gleich Henry, Terry und Steve mit (wobei ich hier noch einmal richtig stellen möchte und kann, dass, wie seinerzeit vielfach fälschlicher Weise berichtet worden war, Steve Dattel und Stefan Eisleben NICHT ein und dieselbe Person sind, sondern zwei ganz unterschiedliche Menschen).

Alle SAUNDLAB Alben hatten in der Produktion Codenamen, die sich Ronald den Himalaya-Gipfeln entliehen hatte. So hieß "On Presuming To Be Modern" im Arbeitstitel "Hidden Peak", "Saundtracks" hieß "K2", "Hyperion" war während der Produktionszeit "Nanga Parbat" benannt, das "Danceconcert" hieß "Lhotse" und "N.E.W.S:" hatte den Arbeitstitel "Everest". Sogar die Best-Of SAUNDLAB-Compilation "Labtop" hatte von Ronald einen Tarnnamen erhalten: "Makalu". Weshalb die späteren Titel der Alben geheim bleiben mussten, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wie auch bei OZ arbeiteten Ronald und Mike mir dem von mir im Studio verwendeten STEINBERG Pro 16 Sequencersystem, wobei ich und Ronald lizensierte Original-Versionen hatten und Mike bei sich zuhause mit einer geknackten Version arbeitete; jedenfalls so viel ich weiß. Der Pro 16 Sequencer lief auf dem Commodore 64 recht stabeil, so dass ein Umstieg auf einen Atari ST-Computer nie ein wirkliches Thema war, was sicherlich auch an dem tollem MIDI-Mini-Interface von Kosta Kostis lag, das ich persönlich seinerzeit dem C-Lab-Interface stets vorgezogen habe.

Die Arbeiten an "Hidden Peak" gingen recht flott voran, wobei mir die Gesangsparts angeboten wurden (ich hatte ja einige Monate zuvor bereits dem OZ-Klassiker "Machines" meine Stimme geliehen), die zuerst sämtlich über Vocoder erfolgen sollten, dann aber bei "Mum'n'Dad" und "More" doch relativ ungefiltert Verwendung fanden. Die Hauptinstrumente bei "Hidden Peak" waren zwei Yamaha FB-01 FM-Expander, ein Yamaha DX-7, ein Roland D-50, ein Roland D-110 Sound-Expander, die KORG DDD-1 Drummachine, ein Simmons SDS-7 Drumset, eine Vox-Orgel, der AKAI Sampler S-700, der Dynacord Sampler ASD-K sowie der von Terry verwendete "Wind Midi Controler" WX von Yamaha, der gerade frisch auf den Markt gekommen war und mit dem er beim SAUNDLAB viele Solos einspielte. Als Vocoder diente ein Korg VC-10 und für die Phasing-Effekte benutzte ich den alten "Compact Phasing" von Ing. Schulte.

Man sucht ja im Soundbild des SAUNDLAB tatsächlich vergeblich analoge oder "warme" Synthesizersounds, aber das war damals tatsächlich so gewollt; KRAFTWERK hatten diesen Trend 1986 mit dem FM-lastigen "Electric Cafe" begonnen.

"Hidden Peak" aka "On Presuming To Be Modern" (der spätere Albumtitel wurde von Ronald bei Larry Fasts SYNERGY-Album "Cords" entlehnt) beginnt mit einer Verzerrung eines Drumsounds des Casio VL-1 im Titel "Casio-Tone". Danach spreche ich die erste Interlude, also ein szenisches Zwischenspiel, in Form eines kleinen Poems, das Ronald eines Abends erdichtet hatte.

Danach kommt mit "Mum'n'Dad" ein Titel, an dem wir knapp eine Woche gearbeitet haben. Er ist leicht gesellschaftskritisch, allerdings (auch gesanglich) nicht zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen, da ich von dem Gedanken, dass SAUNDLAB eine Gesangsband werden oder sein sollte, nie wirklich überzeugt war. Ein weiterer Titel entstand während dieser ersten Woche im Studio: "Coco-Pop" - ähnlich problematisch aus einer Sicht und er hat es bis heute auch auf keines der SAUNDLAB-Alben geschafft. Interessant bei "Mum'n'Dad" ist, dass Terry mit dem Yamaha-Blaswandler die Piano-Solos spielte.

Terrys Yamaha-Blaswandler dominiert auch den Beginn des "Emotiional Song", der auf meine Interlude-Aufforderung "Just try this one" startet. Bis heute ist dies einer meiner Lieblingssongs von SAUNDLAB, auch wegen seiner Länge von mehr als zehn Minuten, die es zulässt, dass sich dieses Lied immer weiterentwickeln kann. So werden mehrere späteer SAUNDLAB-Themen angedeutet, wie etwa der "Dancefloor Tuna".

Dominant ist das Schlagzeugspiel von Mike Drums, der aus dem SDS-7 und dem DDD-1 das Beste herausholt und hier, inklusive der Tempowechsel, nahezu alles live eingespielt hat, synchron zum Steinberg MIDI-Sequencer, und das MIDI-Trompetenspiel Terrys, der sogar mexikanische Klänge mit einstreut. Aufgenommen wurde der "Emotional Song" in Axel Henningers "Dynaton"-Studio, was man dem Schlussteil des Songs ein wenig anhört.

[to be continued]