Eine kleine Führung durch die Welt der Elektromusik-Klangerzeuger | Teil 8: Open Labs "Most innovative Keyboard Open System" / MiKO Timbaland Edition

Legendäre Synthesizer haben ihre Legenden. Legenden zur Konstruktion, Entstehung, zu ihren Namen oder zur Farbgebung. Heute gibt es mal ein paar kleine Infos zu Namen und Farben:

PPG Synthesizer hatten stets blau zu sein, Oberheim Synthesizer weiß, Clavia Musikinstrumente sind einfach rot - so etwas hat natürlich auch einen großen Wiedererkennungswert.
Sich einen Fairlight CMI in schwarz vorzustellen war für Musikfans ebenso undenkbar wie die Farbe grün einen Moog oder einen Prophet 5 oder 10 in orange. Das ging auf Herstellerseite sogar so weit, dass man die Firmenfarben beibehielt, auch wenn die Produktnamen plötzlich nicht mehr zur Firmenfarbe pasten.

Electronic Dream Plant (siehe Foto rechts / zum Vergößern Foto anklicken!) zum Beispiel hatten ihren Wasp Synthesizer stilecht in Scharz-gelb auf den Markt geworfen und legten nach mit den Spider-Sequencer und dem Gnat, obwohl die Farben zu diesen Insektennamen nicht mehr kompatibel waren.

Aber es geht namenstechnisch auch anders. Oft sind Firmen- und/oder Produktnamen schlicht und einfach Abkürzungen, etwa bei dem Oberheim SEM (= Synthesizer Expansion Module), der Firma PPG (= Palm Products Germany) oder beim Synthesizerhersteller ARP, dessen drei Bustaben für den Firmengründer Alan Robert Pearlman standen. Auch bei den Computer-Keyboards der Firma Open Labs LLC. aus Austin/Texas (die auch "die Live-Musik Hauptstadt der Welt" genannt wird) ist dies so.

Open Labs entwickelt seit 2003 maßgeschneiderte Elektromusik-Keyboards,
Laptops und Software-Programme für Musiker in aller Welt, was recht gut gelang, denn die Designer und Techniker von Open Labs verfügten über eine Fülle von Erfahrungen in Computer-Systemen, der Musikinstrumentenbrachche, beim Produktdesign, der Live-Performance und mit Anwendungssoftware.

Vor allem durch seine "All-In-One"-Produkte NeKO und MiKO und seine Musiksoftware M(usic)OS wurde Open Labs inzwischen weltbekannt, wobei die Produktbezeichnungen NeKO und MeKO Abkürzungen sind. Ursprünglich sollte das erste Produkt von Open Laba EKO heißen, als Abkürzung für "Evolutionary Keyboard Open System". Zu spät bemerkte man in Austin, dass der Name EKO in der Keyboardbusikbranche schon von einer italienischen belegt war von einr italienischen Firma belegt war, die hauptsächlich Orgeln, E-Pianos und Rhythmusgeräte herstellte. Also nannte man das Instrument trotzig "NotEKO", abgekürzt "NeKO", was nun aber wieder dem Namenprinzip zuwider liefi, war das System doch keinesfalls "NOT evolutionary".

Besser klappte es bei der kompakten Bühnenversion des NeKo, dem MiKO. Hier steht die Abkürzung für "Most innovative Keyboard Open System". Ich habe mir 2009 ein MiKO angeschafft und zwar in der "Timbaland Special Edition"...nicht etwa weil ich ein großer Fan von Timbaland war oder bin sondern, weil das die einzige MiKO ist, die es in weiß gibt. Und die A-U-T-O-B-A-H-N-Farben sind nun mal blau und weiß.

Diese kompakten Systeme haben ja wirklich den großen Vorteil, dass eben alles schon drin ist: hier angefangenen bei der sehr guten Tastatur über die Firebox bis zum Touchscreen. Natürlich stürzt ab und an auch mal etwas ab, aber wenn man verstanden hat, wie man die einzelnen Komponenten wieder mit den passenden Treibern versorgt, dann ist das im Grunde kein wirkliches Problem.

Amüsieren könnte ich mich immer wieder über Schlauberger, die in Musikerforen meinen, ein Fantom, OASYS* oder ein MiKO seinen überflüssig und überteuert und mit einen guten Laptop würde das auch alles gehen. Erstens braucht man dafür einen wirklich guten Computer, zweitens eine anspruchsvolle I/O-Box und eine gute Tastatur, drittens jede Menge VST-Software, viertens Kabel, fünftens Nerven beim Live-Aufbau und sechstens fehlen dann am Ende viel zu oft doch die richtigen Files oder was auch immer. Wenn man am Ende alles zusammen rechnet, kommt man so auch auf mehrere Tausend Euro.

In einen offenen Studiosystem hat man dies alles schon mit drin und kann nach dem Auspacken auf der Bühne oder im Studio sofort loslegen. Wer da den Vorteil gegenüber der billigeren Bastel-Alternative nicht sieht, der ist selbst schuld.

In meinem MiKO bereits enthalten war als Hardware ein PC mit Core2Duo-Prozessor (2,1 GHz), 4GB RAM und 1,5 TB Festplatte, eine gewichtete Fatar/Studiologic-Tastatur, ein Trackpad, ein Touchscreen, eine Firebox-MIDI/Audio-I/O-Schnittstelle von PreSonus und verschiedenste Studio- und DJ-Reglungsmöglichkeiten ("Alpha Control Module").

Soundsoftwareseitig verfügt das MiKO in der "Timbaland Special Edition" werksseitig bereits über u.a.: E-MU Proteus 2000, E-MU Mo’Phatt, E-MU Modular System, vier Ensoniq Synthis, ARP 2600, ARP Axxe, JD800, Jupiter 8, JX-8P, Juno 60, Memorymoog, Mini Moog, Moog Taurus, Prophet 10 und Prophet 600, Elka Rhapsody, Mellotron Mark II, Korg MS20, ARP Solina, Oberheim OBX, ein CP-70 und eine Symphonic Orchestra Library. Von Arturia habe ich später moch noch das Moog Modular, den ARP 2600, den CS80 und das Laboratory aufgespielt, außerdem den KiKAxxe (von FarOutWare) und Roland Fantom G Sounds.

Neben der bereits vorhandenen Open Labs Musik Software (= u. a. mFusion, Karsyn und MimiK**) habe ich inzwischen noch Steibergs Cubase 5 und Wavelab sowie das Music Maker Programm von Magix installiert, so dass mein "Most innovative Keyboard" inzwischen wirklich ein ganz tolles Elektromusikmaschinchen geworden ist, mit dessen Hilfe ich relativ frei arbeiten kann.

Neu kostet ein MiKO derzeit zwischen 3.800 US$ (= MiKo Generation 6) und 4.800 US$ (= MiKo LXD). Da es nach wie vor keinen Händler für Deutschland gibt, muss man diese Geräte in den USA direkt beim Hersteller bestellen.

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* = "OASYS" wurde von Korg entwickelt und die Abkürzung steht für "Open Architecture Synthesis Studio"

** = "MimiK" ist ein Softwareprogramm mit dessen Hilfe man Sounds anderer Synthesizer klonen kann. Über MIDi und Stereo-Audiokabel werden NeKo oder MiKO mit dem zu klonenden Synthesizer verbunden. Dann simuliert "MimiK" Tastendruck für Tastendruck (in beliebiger Länge) und Note für Notewerden verschiedene Velocity-Layer, After-Touch-Schichten etc. erzeugt. Das gesamt Ergebnis wird von "MimiK" für jeden Einzelsound in eine allgemein lesbare Sample-Library-Datei (SFZ) exportiert und auf der NeKO bzw. MiKO abgelegt, wahlweise bis zu 96K / 32bits und in Stereo oder Mono.

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